Broschüre: Schöne neue Handelswelt

zum "privatisierten" Handel

Ein Blick hinter die Kulissen des "privatisierten" Handels am Beispiel der Firma EDEKA

Vorwort und Einleitung

Schöne neue Handelswelt?

Der Einzelhandel ist mit seinen über drei Millionen Beschäftigten eine der größten Branchen in Deutschland. Diese Beschäftigten leisten mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Warenversorgung der Menschen hier im Land tagtäglich funktioniert. Hierbei sind sie einem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb ausgesetzt, da die großen Konzerne im Handel versuchen, durch immer mehr Verkaufsflächen, Preiskriege und immer längeren Öffnungszeiten, dem Mittbewerber Umsatz und Kunden abzujagen. Die Zeche zahlen die Beschäftigten aber auch die Lieferanten hier und anderswo, die klein- und mittelständischen Unternehmen und letztendlich auch die Kunden.

Praktische Erfahrungen

im täglichen Umgang mit „Privatisierungen“ im Einzelhandel

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir uns in unserer gewerkschaftlichen Arbeit vor Ort nicht mit den negativen Auswirkungen der ständigen Umstrukturierungen im Lebensmitteleinzelhandel beschäftigten müssen. Dabei ist es uns bis dato mehr oder weniger häufig gelungen, mit Unterstützung der flächendeckend existierenden Betriebsratsgremien in den regiebetriebenen Filialen der Konzerne die vielen kleinen, aber auch größeren Probleme im betrieblichen Alltag klären zu können. Die Lösungsmöglichkeiten nach einem eingeleiteten ‚Privatisierungsprozess‘ (z.B. bei Edeka) bzw. nach der Umsetzung des ‚Partnerschaftsmodells‘ (z.B. bei REWE) werden hingegen immer komplizierter.

In sieben Schritten zum Erfolg

Der Verlauf unserer Kampagne “Vertrauen ist gut, Tarifvertrag ist besser“ zur Beibehaltung der Tarifstandards im privatisierten E-Center Scheuner e. K., Bad Gandersheim

Im Mai 2010 kommt es zur Wahl des eigenständigen Betriebsrats des E-Centers in Bad Gandersheim. Bärbel Thamhayn wird Vorsitzende. Ende Februar 2011 wird der BR durch die Geschäfts- und Marktleitung äußerst kurzfristig informiert, dass der Markt zum 01.04.2011 privatisiert wird. Als Inhaber und selbstständiger Kaufmann, wird der ehemalige Marktleiter Herr Scheuner das E-Center übernehmen. Wir fragen: Warum wird privatisiert?

Rechtslos nach Privatisierung

Neuer Eigentümer verschlechtert Arbeitsbedingungen im E – Center und behindert die BR Wahl

Von Tariflöhnen, gesetzlichen Arbeitszeitregelungen und Mitbestimmung hielt er wenig, der neue Inhaber des E-Centers im niederrheinischen Korschenbroich.

Gerhard Handick übernahm das Geschäft von der Edeka Moers (Regiebetrieb) im November 2009 mit 91 MitarbeiterInnen und führte es als privater Kaufmann weiter....

Traurige Wirklichkeit

Ein Erfahrungsbericht

Meine praktischen Erfahrungen bei „Privatisierungen“ von Edeka Filialen lassen sich am besten am folgenden Beispiel erzählen. In einer Edeka Filiale gab es einen Betriebsrat mit einer Vorsitzenden, die bereits seit 24 Jahren Betriebsrätin in dem Unternehmen war. Bis es zum 01.01.2011 zur Privatisierung der Filiale kam.

E Center und E Center - Zwei Welten

Oder die Probleme mit der Tarifflucht

Als Mitarbeiter/in im Handel muss man immer wieder feststellen, dass was drauf steht nicht unbedingt auch drin ist oder zumindest nicht das Gleiche ist. Nach einem Betriebsübergang vom E Center Herford (Regie) zum E Center Wehrmann in Herford ist das Unternehmen ein anderes....

Gerade noch mal gutgegangen

Ein Erfahrungsbericht

Da gab es eine Filiale, die privatisiert werden sollte. Ein E-Center aus Bayern, vergleichbar wie ein gallisches Dorf. Ein privater Betreiber, der bereits mehrere Niederlassungen in näherer Umgebung besitzt, hatte an dem neueröffnetem Haus Interesse gezeigt.

Wesentliche rechtliche Fragen

im Zusammenhang mit „Privatisierung“

In diesem Kapitel werden einige - nicht alle (!) - rechtlichen Aspekte der „Privatisierung“ von Filialen im Lebensmitteleinzelhandel beleuchtet - zum einen und vorrangig mit Blick auf den einzelnen Arbeitnehmer50 und damit auf das individuelle Arbeitsrecht,...

Das Lesen der Publikation macht eines klar: Privatisierung hat mindestens drei Dimensionen. Eine ökonomische im Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel, eine berufliche durch Veränderungen der Arbeitsbedingungen in der Arbeitswelt und eine persönliche auf dem Mensch bezogene,...

(C) 2013 Ver.di Niedersachsen/Bremen - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 17.11.2017